Impfung mit Vaxzevria (AstraZeneca)

Nach dem Impfstart mit AstraZeneca haben sich, zwar sehr selten, aber eindeutig im Zusammenhang mit der Impfung stehende Thrombosen bei Patienten gezeigt, die teils an ungewöhnlichen Stellen (z.B. im Hirnvenensinus) aufgetreten sind und in einigen Fällen sogar tödlich verlaufen sind. Zu recht wurde die Impfung dann erstmal gestoppt!

Mittlerweile ist bekannt, dass bei den thrombotischen Komplikationen eine Immunreaktion zugrunde liegt, bei der sich Antikörper bilden, die dann die Blutplättchen (Thrombozyten) “verkleben”. So erklärt sich auch, dass Blutgefäße verstopfen und sich gleichzeitig die Anzahl an Blutplättchen vermindert, was sich zum Beispiel an kleinen Hauteinblutungen zeigen kann.

Bei den Über-60-Jährigen hat die Impfung einen so großen Nutzen, dass das Risiko von Impfkomplikationen in keinem Verhältnis zum Risiko von Komplikationen im Falle einer Erkrankung steht. Da diese Immunreaktion bei älteren Geimpften bisher auch nicht beobachtet wurde, hat man die Impfung für diese Altersklasse sehr schnell wieder freigegeben.

Wenn Sie sich als Unter-60-Jährige/r mit Vaxzevria impfen lassen möchten, ist dies ganz offiziell möglich! Es handelt sich auch nicht um einen sogenannten “Off-Label-Use”, da der Impfstoff ab 18 Jahren zugelassen ist. Sie sollten vorher aber mit ihrem Arzt klären, ob er ein besonderes Risiko bei Ihnen sieht.

Auch wenn der Mechanismus der Entstehung dieser “immunologischer Blutverklumpungen” (offiziell heißt es Vakzine-induzierte immunogene thrombotische Thrombozytopenie - VITT) absolut nichts mit dem Entstehen von “normalen” Thrombosen zu tun hat, wären wir trotzdem zurückhaltend, jemanden damit zu impfen, der schon mal eine Thrombose hatte oder aus anderen Gründen ein erhöhtes Risiko hierfür hat. Auch bei Erkrankungen, die mit einer gestörten Thrombozytenfunktion einhergehen, würden wir die Impfung lieber mit einem anderen Impfstoff durchführen.

Wenn man diese Punkte geklärt hat und aus Sicht des Impfarztes die Impfung durchgeführt werden kann, erfolgt die Impfung unter der sogenannten persönlichen Risikoakzeptanz sowie der Dokumentation, dass der Impfling ausdrücklich mit der Impfung einverstanden ist.

In dem Aufklärungsgespräch, dass wir vor der ersten Impfung führen, erklären wir auch genau, wie man erkennt, wenn man wirklich von einer solchen Immunreaktion betroffen sein sollte: Wenn nach mehr als 3 Tagen nach der Impfung Atemnot, Brustschmerzen, Beinschwellungen, anhaltenden Bauchschmerzen, Sehstörungen, starke oder anhaltende Kopfschmerzen auftreten oder man Blutergüsse oder punktförmige Hauteinblutungen bei sich beobachtet, sollte man sich sofort in ärztliche Behandlung begeben.

Denn nun kommt die gute Nachricht: mittlerweile gibt es eine Behandlungsmöglichkeit!